2400 km für Hüftoperation angereist

07.11.2014

2400 km für Hüftoperation angereist


 

Siegen/Moskau. Top-Triathlet Ivan Vasiliev vom EJOT-Team lässt sich im Kreisklinikum operieren.

Ivan Vasiliev ist einer der Top-Triathleten in der Welt. Europameister 2013 und Olympia-Teilnehmer in London 2012. Als langjähriger Starter hat er das heimische EJOT-Team TV Buschhütten zu nunmehr 5 Meisterschaftstiteln in Folge begleitet. Dieses Jahr war für den Moskauer jedoch ein steiniges. Seit Beginn der Saison laborierte er an einer leidigen Verletzung im Bereich der Hüfte und des Rückens herum. Nach mehreren Untersuchungen und Therapieanläufen stand nun im vergangenen Monat die Diagnose fest: „Hüftgelenksimpingement“. Diese nicht sehr bekannte Erkrankung macht sich meist bei aktiven Menschen im jüngeren Alter bemerkbar und kann unbehandelt zu einer Arthrose des Hüftgelenks führen und später in ein künstliches Hüftgelenk münden.


Nachdem Vasiliev die Bilder der MRT-Untersuchung nach Siegen zum Teamarzt des EJOT-Teams, Dr. med. René Burchard (Leiter der Sportklinik Siegen am Kreisklinikum Siegen) gesendet hatte, stand die Empfehlung schnell fest. Für den Leistungssportler natürlich eine harte Wahrheit, dass eine OP wohl unumgänglich sei, um Folgeschäden zu vermeiden und die Rückkehr in den Leistungssport zu ermöglichen.

Kurzerhand wählte der Russe den Weg seines Vertrauens und die Weichen wurden auf Operation in Weidenau gestellt. Mit im Boot war selbstverständlich von erster Minute an Carsten Wunderlich, selbstständiger Physiotherapeut aus Kreuztal und Chef der Physioabteilung des EJOT-Teams aus Buschhütten. Denn, so Dr. Burchard: „…die OP
ist nur ein Teil der guten Behandlung, mindestens genauso wichtig ist eine hervorragende physiotherapeutische Nachbehandlung...“ 

Am vergangenen Mittwoch war es dann soweit und es hieß gegen frühen Mittag „Schnitt“ im Kreisklinikum Siegen. Dr. Burchard und Chefarzt Dr. Palm begannen mit der sogenannten Hüftgelenksarthroskopie, einem hochspezialisiertem Verfahren, welches erst seit wenigen Jahren richtige Etablierung erfahren hat. Hierbei führen die Experten über winzige Schnitte und unter Nutzung einer HD-Kamera die Operation am Hüftgelenk quasi durchs Schlüsselloch durch. Der Schenkelhals (auf diesem sitzt der Hüftkopf) war bei Ivan Vasiliev zu ausladend und hatte zu schmerzhaften Einklemmungen und Schäden an der sogenannten Gelenklippe geführt. Somit war es die Aufgabe der Mediziner, welche seit 2006 das EJOT-Team betreuen, den Knochen wieder zu formen. Mit kleinen Fräsen und Walzen wurde der endoskopische Eingriff durchgeführt und der Erfolg per Röntgenuntersuchung bestätigt. 

Bereits 2 Tage nach dem Eingriff konnte Vasiliev die Klinik verlassen, um die Reha Phase zu beginnen. Seit Montag liegt nun alles Weitere in den „goldenen Händen“ von Physio Carsten Wunderlich. Täglich ist er um die Genesung des 30jährigen Russen mehr als bemüht. Die medizinische Abteilung sowie die Teamleitung - in Person Manager Rainer Jung - sind zuversichtlich den starken Russen auch in 2015 wieder für das Triathlon-Team aus Buschhütten an den Start gehen zu sehen. Und wer weiß - vielleicht wird seine eher schwächere Disziplin (das Laufen) in Zukunft seine Paraderolle.

Das WDR Fernsehen hat bereits berichtet. Hier der Link für die Mediathek und dann ab Minute 13!