EJOT Team mit gleich vier Paukenschlägen am Schliersee

18.07.2022

EJOT Team mit gleich vier Paukenschlägen am Schliersee


Lisa, Annika, Rachel, Kate

Mark, Richard, Sergio, Johannes, Max

Tertsch und Dévay gewinnen die Einzelrennen und beide Teams mit großem Abstand Tageschampions
Männer übernehmen Spitze im Meisterschaftsrennen


Schliersee. Die ohnehin schon umfangreichen Geschichtsbücher des EJOT Teams TV Buschhütten müssen nach dem 3. Sprint-Rennen der 1. Triathlon-Bundesliga am Schliersee mit einer weiteren großen Erfolgsstory ergänzt werden. Das Team aus dem Kreuztaler Stadtteil war der souveräne Champion in der malerisch gelegenen Voralpenregion. Das Männer-Team feierte am Sonntagmittag mit Platzziffer 17 den souveränen Bundesliga-Sieg vor PUSCH-DATA-Team AST Süßen (Platzziffer 90) und dem Team Berlin (Platzziffer 100). Weil der große Konkurrent Hylo Team Saar nur Fünfter wurde (Platzziffer 112), gelang dem EJOT Team erstmals der Sprung an die Tabellenspitze mit 58 Punkten, zwei Punkte vor dem Titelverteidiger.

Sogar noch klarer als die Männer dominierten die Frauen vom EJOT Team die übrige Konkurrenz. Platzziffer 7 lautete das fulminante Tagesresultat der Meisterschafts-Titelverteidigerinnen. Hinter ihnen landeten Bundesliga-Spitzenreiter Triathlon Potsdam (Platzziffer 19) und SSF Bonn Triathlon Team (Platzziffer 30).

Doch damit nicht genug der Erfolge in Oberbayern. Der 25-jährige Márk Dévay (HUN) in 53:21 Min. und die 23-jährige Lisa Tertsch (GER) nach 1:00:30 Std. fuhren ungefährdete Siege in der Einzelwertung ein und durften auch noch weitere Teamkolleg*innen auf dem Podium begrüßen. Johannes Vogel (GER) erzielte mit 54:19 Minuten und dem damit verbundenen 3. Platz sein bisher bestes Bundesliga-Resultat. Ein Treppchen weiter oben stand Rachel Klamer (NED), die 27 Sekunden länger brauchte als Tertsch.

Das vor der Anreise in die beliebte Urlaubsregion ausgegebene Motto "All in" wurde also von den Aktiven und dem mitgereisten Support Team perfekt in die Tat umgesetzt.

Beim anspruchsvollsten Rennen der diesjährigen Saison waren bei 20 Grad Celsius Lufttemperatur und kaiserlichem Sonnenschein zunächst die Männer zum 750 Meter langen Schwimmen in den oberbayerischen Schliersee gesprungen. Bestens zurechtkam Dévay, der nach 9:10 Min. als Erster aus dem Wasser kam, nur vier Sekunden danach folgte ihm als Dritter sein Teamkollege Max Stapley (AUS), der ein gelungenes EJOT-Debüt beim Comeback des Schliersee-Rennens feierte. Das war letztmals 2013 im Rahmen der 1. Bundesliga ausgetragen worden und fand jetzt zum 13. Mal statt.

Danach ging es mit der Königsdisziplin am Schliersee weiter, dem Radfahren. Die diesmal nur 15,5 Kilometer lange Radstrecke führte die Athlet*innen in Richtung Spitzingsee. Nach dem Wendepunkt in Aurach waren 3,8 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von neun Prozent zu meistern, 350 Höhenmeter galt es zu überwinden, bevor die zweite Wechselzone am Spitzingsattel in 1127 Metern Höhe erreicht wurde und noch zwei Runden à 2,5 km am vom Schliersee etwa zehn Kilometer entfernten Spitzingsee gelaufen werden mussten.

Es entwickelte sich direkt eine Dreiergruppe mit Dévay, Stapley, der später als Vierter ins Ziel kam, und Jonas Breinlinger (Hylo Team Saar), welcher mit nur einer Sekunde Vorsprung auf den Ungarn mit 27:48 Min. die tagesschnellste Zeit auf dem Rad abspulte.

Aus der zweiten Radgruppe legte Vogel eine super Performance hin, wies mit 28:12 Min. die fünftbeste Rad Zeit auf. Er hatte nach dem Schwimmen, das er mit 9:37 Min. lediglich als 25. beendete, auch jede Menge Zeit gutzumachen. Die drittbeste Laufzeit von 14:39 Min. führte Vogel letztlich aufs Stockerl.

EJOT-Athlet Sergio Baxter Cabrera (ESP) war noch eine Gruppe dahinter, fuhr sehr gut am Berg und hatte abschließend mit 14:24 Min. die beste Laufzeit der 70 gewerteten Athleten. Dadurch reichte es noch zum neunten Rang. Richard Murray kam leider direkt nach dem Start schon in die sogenannte „Waschmaschine“, was sein komplettes Rennen schwierig machte. Dank der viertbesten Laufzeit landetet der Olympia-Vierte von 2016 immerhin noch auf Platz 18.
Mann des Tages war diesmal eindeutig Márk Dévay, der mit 14:31 Min. die zweitbeste Laufzeit erreichte, obwohl er längst keinen direkten Konkurrenten mehr in seiner Nähe hatte: „Ich bin sehr glücklich über meinen Sieg. Nach einem guten Schwimmen, haben wir hart am Rad gearbeitet, es war eine ziemliche Herausforderung. Aber nach dem Radfahren hatte ich die Beine fürs Laufen und ich habe mich richtig gut gefühlt und konnte so die Führung ausbauen und als Erster finishen."

„Logistisch war es durchaus sehr kompliziert, und während der eine Teil des Support Teams auf die Ankunft der Athlet*innen am Spitzingsee warten musste, konnte der andere Teil während des Rennens mit dem Auto, hinter der letzten Athletin, den Spitzingsattel erklimmen",
so der Sportliche Leiter der EJOT-Männer, Jonathan "Johnny" Zipf.

„Es ist natürlich schön, mit den Männern die Spitze der Tabelle zu übernehmen. Wenngleich das Hylo Team Saar schon sehr geschwächt war, und man ihnen so ein Ergebnis sicherlich nicht gewünscht hat. Die Saison bleibt spannend, soviel steht fest. Es war sehr wichtig heute abzuliefern. Ich denke, unabhängig von den anderen Teams, hatten wir heute eine brutal starke Mannschaft am Start", freute sich Zipf über den reibungslosen Verlauf bei seinen Athleten, obwohl er die organisatorischen Aspekte am Schliersee als „grenzwertig" einstufte.

Auch bei den Frauen, die nur zehn Minuten nach den Männern das Rennen aufnahmen, lief alles nach EJOT-Wunsch. Nach dem Schwimmen ergab sich relativ schnell eine erste Formation, in der sich alle EJOT-Athletinnen befanden. Die Frauen in den roten Jerseys machten dann von Anfang an Druck. Tertsch und die 31-jährige Klamer kamen am Berg als Erste an. Klamer hatte mit 32:26 Min. hier auch die schnellste Berg Zeit, nachdem sie beim Schwimmen als Zweite nach 10:19 Min. aus dem Schliersee kam.

Eine sehr starke Vorstellung lieferte Tertsch ab, die im Ziel am Spitzingsee ihren bereits dritten Bundesliga-Einzelsieg seit 2021 (Berlin und Potsdam) einheimste. Nach dem zunächst vierten Platz im Schwimmen mit 10:20 Min., legte die Darmstädterin, die nahen Odenwald ideale Rad-Trainingsbedingungen für das schwierige Schliersee-Profil vorfindet, einen starken Radsplit mit 32:30 Min. hin, die zweitbeste Zeit nach Klamer. Im Laufen konnte der Dritten vom WCTS-Rennen in Hamburg in 15:41 Min. abschließend niemand die Stirn bieten.
Vor Freude strahlend, berichtete die Siegerin von ihren ganz persönlichen Erlebnissen: „Ich bin froh, dass ich ein weiteres Mal gewinnen konnte, es ist immer schön, am Ende das Banner in die Luft halten zu können. In dieser Kulisse war es etwas Besonderes, ich liebe die Berge. Das Rennen hat sich sehr gut angefühlt, ich war im Flow und habe gar nicht so gelitten am Berg, aber das ist ja oft so. Wenn es gut läuft, fühlt es sich auch gut an und man fliegt förmlich. Den Anstieg bin ich eher defensiv angegangen, da er sich ja ziemlich gezogen hat, und es von Anfang an klar war, dass es eine Weile dauert und sich seine Kräfte gut einteilen muss.
Ich denke es war sehr wichtig für das Team, jetzt sind wir ja schon ganz nah wieder dran und ich bin sicher, dass gibt Aufwind und Motivation für die letzten beiden Rennen!"


„Bei Lisa ist nach dem Rennen in Hamburg der Knoten geplatzt. Sie konnte vorher ihre Laufstärke einfach nicht zu 100 Prozent ausspielen, doch jetzt funktioniert einfach alles. Ich denke, da können wir noch einige sehr starke Wettkampfergebnisse von ihr erwarten",
analysierte Theresa Baumgärtel, Sportliche Leiterin der EJOT-Frauen.

Annika Koch (GER), kürzlich starke Zweite bei den "Finals" in Berlin, kämpfte bis zum Ende und erreichte einen super vierten Platz. Kate Amy Waugh (GBR) kam in ihrem zweiten Rennen für das EJOT Team nach 2,5 km beim Laufen richtig gut in Schwung und machte am Ende der Laufstrecke noch einige Plätze gut. Sie belegte letztlich Platz sieben. 56 Teilnehmerinnen waren am Start.


„Mit dem Ergebnis am Schliersee sind wir sehr zufrieden. Ein Sieg ist immer sehr wichtig, vor allen Dingen nach zuvor zwei zweiten Plätzen. Dennoch ist noch alles offen und wir schauen gespannt nach Nürnberg. Wir liegen zwar noch knapp hinter dem Team aus Potsdam, aber es sind noch zwei weitere Rennen. Es wird also spannend", verspricht Baumgärtel.

Um die vielen Herausforderungen, die mit einem Rennen wie Schliersee verbunden sind, zu stemmen, waren auch wieder einige Mitglieder des Support Teams mit auf die Reise gegangen.
Olaf Kohn vom Support Team zog vor der Abreise ein rundum zufriedenstellendes Fazit: „Zuallererst einmal waren wir einfach nur sehr gespannt, was uns am Schliersee erwartet. Für alle Beteiligten des Supportteams war es der erste Einsatz in den bayerischen Alpen und wir wussten im Grunde nur zwei Dinge. Die Wechselzonenbereiche eins und zwei liegen ähnlich weit wie in Berlin einige Kilometer auseinander und dass wir sowohl mit den Damen wie auch mit dem Herrenteam gut aufgestellt sind. Uns war u.a. berufsbedingt die Anreise erst am Samstag möglich; von daher galt für uns allerhöchste Aufmerksamkeit von der Abfahrt an bis zur Heimreise. Die Tagessiege haben nun sämtliche Anstrengungen versüßt und lohnenswert gemacht.
Wenn man bedenkt, wie wir noch im Kraichgau sportlich betrachtet ordentlich Prügel bezogen und uns die anderen Teams auch in Berlin alles abverlangt haben, so war der Wunsch für Schliersee zu zeigen, wo der Hammer hängt, sicherlich nicht überzogen. Als Primus der Liga ist uns hier eindrucksvoll gelungen uns angemessen meisterlich zu präsentieren. Insofern ist die Freude entsprechend groß und das Lächeln hält auch bestimmt über die Rückreise hinweg an.
Größere Probleme vor Ort gab es keine. An sich stellen sich uns immer nur Aufgaben, die wir im Bedarfsfall gemeinsam diskutieren und für rasche und gute Lösungen sorgen. Es gibt immer mal Situationen, dass der
Veranstalter oder der Verband die Dinge anders handhabt als zuvor angekündigt. Dem begegnen wir konsequent, routiniert und eingespielt. Und genau das ist unsere Aufgabe und der Grund, warum wir da sind. Die Athlet*innen selbst sollen sich um nichts anderes kümmern, als um ihren Wettkampf.
Um den gesamten Rest kümmern wir uns – angefangen von Reiseplanung, Transfer, Hotellerie bis hin zum Verzurr Haken im Transporter. Alles in allem leisten wir ausgeklügelten Support über die Geschäftsstelle in Buschhütten schon Wochen im Voraus, dann am Wettkampfwochenende selbst und darüber hinaus mit schneller Versorgung sämtlicher Medien. An dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank an alle Kolleg*innen im Support Team. Ich bin stolz auf das gesamte EJOT Team und vor allem darauf ein Teil dessen zu sein. Die Athlet*innen haben von sich aus hohe Ansprüche an sich selbst. Und deshalb sind sie wohl auch bei uns, weil sie ein Umfeld vorfinden, dass Ihnen Bestleistungen dieser Art ermöglicht. Ein schlechter Tag ist ja grundsätzlich nie auszuschließen. Hier und heute aber haben sie alle unterstrichen, dass sie zu den Besten gehören und wir keineswegs (schon gar nicht frühzeitig) irgendwas zu verschenken haben!"

Die Saison der 1. Triathlon-Bundesliga wird mit dem Rennen in der Frankenmetropole Nürnberg (7. August) fortgesetzt und klingt mit dem Ligafinale in Hannover (3. September) aus.

Die Ergebnisse vom Schliersee:


Männer-Bundesliga Einzelwertung:

1. Márk Dévay (HUN, EJOT Team TV Buschhütten) 53:21 Min.

2. Jonas Breinlinger (GER, Hylo Team Saar) 53:55 Min.

3. Johannes Vogel (GER, EJOT Team TV Buschhütten) 54:19 Min.

4. Max Stapley (AUS, EJOT Team TV Buschhütten) 54:22 Min.

9. Sergio Baxter Cabrera (ESP, EJOT Team TV Buschhütten) 54:54 Min.

18. Richard Murray (RSA, EJOT Team TV Buschhütten) 55:58 Min.


Männer-Bundesliga Teamwertung:

1. EJOT Team TV Buschhütten, Platzziffer 17; 20 Punkte

2. PUSCH-DATA-Team AST Süßen, Platzziffer 90; 19 Punkte

3. Team Berlin, Platzziffer 100; 18 Punkte

 

Tabellenstand 1. Triathlon-Bundesliga nach 3 von 5 Rennen:

1. EJOT Team TV Buschhütten, Platzziffer 104; 58 Punkte

2. Hylo Team Saar, Platzziffer 146; 56 Punkte

3. hep Team SUN, Platzziffer 251; 50 Punkte

Alle Ergebnisse und die Tabelle der Herren findet man HIER

 

Frauen-Bundesliga Einzelwertung:

1. Lisa Tertsch (GER, EJOT Team TV Buschhütten) 1:00:30 Std.

2. Rachel Klamer (NED, EJOT Team TV Buschhütten) 1:00:57 Std.

3. Eva Daniëls (LUX, SSF Bonn Triathlon TEAM) 1:01:07 Std.

4. Annika Koch (GER, EJOT Team TV Buschhütten) 1:01:15 Std.

7. Kate Amy Waugh (GBR, EJOT Team TV Buschhütten) 1:03:04 Std.

 

Frauen-Bundesliga Teamwertung:

1. EJOT Team TV Buschhütten, Platzziffer 7; 20 Punkte

2. Triathlon Potsdam, Platzziffer 19; 19 Punkte

3. SSF Bonn Triathlon TEAM, Platzziffer 30; 18 Punkte

 

Tabellenstand 1. Triathlon-Bundesliga nach 3 von 5 Rennen:

1. Triathlon Potsdam, Platzziffer 39; 59 Punkte

2. EJOT Team TV Buschhütten, Platzziffer 42; 58 Punkte

3. triathlon.one Witten, Platzziffer 129; 49 Punkte

Ergebnisse und Tabelle der Damen findet man HIER

Video zum Schlierseewochenende von Sebastian Kuprienko kommt man HIER

Fotos: Sebastian Kuperienko