Michael Raelert erneut Weltmeister über die 70.3 Triathlon-Distanz

15.11.2010

Michael Raelert erneut Weltmeister über die 70.3 Triathlon-Distanz


Nach dem Europameister Titel gewann Michael Raelert aus dem EJOT Team TV Buschhütten am vergangenen Wochenende erneut die Weltmeisterschaft über die 70.3 (Mitteldistanz) Triathlon-Distanz.
15, 2, 1 - so war die Platzierungsreihenfolge von Michael Raelert, der seinen Ironman 70.3 Weltmeistertitel von 2009 beeindruckend verteidigte. 17.7 Grad Wasser- und 15 Grad Lufttemperatur ließen den Tag der WM in Clearwater frisch beginnen. 1.500 Athleten aus 58 Ländern machten sich um 7 Uhr auf den Weg, den Weltmeister Gesamt oder in den Altersklassen zu ermitteln. Mit einer Zeit von 3:41:19 Stunden konnte Raelert den Tschechen Filip Ospaly auf den zweiten und den US-Amerikaner Timothy O-Donnell auf den dritten Platz verweisen. Das EJOT Team Mitglied musste das Rennen beim Laufen entscheiden. Und genau das hatte sich Michael Raelert an sich nicht gewünscht: Zusammen mit Filip Ospaly auf die Laufstrecke zu gehen. Als seinen „persönlichen Angstgegner“ hatte er den Tschechen im Vorfeld bezeichnet. Und dann das: Über die Bayside Bridge, über die die Athleten nach der 90 Kilometer langen Radrunde wieder zurück nach Clearwater Beach gelangen, fuhr als Erstes Joe Gambles aus Australien. Keine zwei Minuten hinter ihm folgte eine große Gruppe mit Raelert an der Spitze, Ospaly in der Mitte und auch sonst allen Favoriten. Vergeblich versuchte der 30-Jährige, auf den letzten Kilometern noch einen kleinen Vorsprung herauszufahren – bis dahin hatte er sich mit Attacken zurückgehalten, um seine Aufholjagd nach dem Schwimmen besser zu verkraften. Ein ungewöhnlicher Rennverlauf für Michael Raelert, doch auf den 1,9 Kilometern im Golf von Mexico hatte er im hohen Wellengang die Orientierung verloren und den Anschluss an die schnellste Gruppe verpasst.
Und so bildete sich nach dem zweiten Wechsel genau die Konstellation, die Raelert schon Tage vorher am meisten Angst gemacht hat: Schulter an Schulter lief er plötzlich neben Filip Ospaly; Gambles war schnell an der Spitze abgelöst. Als „Spielchen“ bezeichnet Raelert später, was auf der ersten der beiden Laufrunden passierte: Mal attackierte Ospaly, mal er – doch keiner konnte die Renn entscheidende Lücke reißen. Erst nach zehn Kilometern konterte Ospaly nicht mehr. Ganz wahrhaben wollte Raelert aber nicht, dass sein persönlicher Angstgegner den spannenden Zweikampf aufgegeben hatte: „Bis zum Schluss bin ich am Limit gelaufen, weil ich dachte, er kommt noch mal ran.“ Die Sorge war unbegründet, denn der Tscheche verlor auf der zweiten Runde noch fast zwei Minuten. Nach 3:41:19 Stunden stand Raelert als Sieger fest und auch als der Erste in der Geschichte der 70.3-Serie, der seinen Weltmeister-Titel verteidigt. Seinen im vergangenen Jahr in Clearwater aufgestellten Rekord verpasste das EJOT Team Mitglied diesmal um mehr als sieben Minuten, „doch im Gegensatz dazu war das Rennen im letzten Jahr geradezu komfortabel“. Über den dritten Platz freute sich Timothy O’Donnell aus den USA, der kurz vor Joe Gambles ins Ziel kam.
Michael Raelert, der in Clearwater von seinem Bruder Andreas betreut wurde, wird sich nun in den nächsten Tagen, ebenso wie sein Bruder Andreas, der ja vor wenigen Wochen Vizeweltmeister beim Ironman Hawaii geworden war, wieder in Richtung Heimat begeben. Auch um bei der traditionellen Saison Abschlussfeier am kommenden Wochenende hier im Siegerland, zusammen mit seinen EJOT Team Kollegen(innen) seinen Erfolg und die tolle Saison des EJOT Team kräftig zu feiern.
Ironman 70.3 Florida/Clearwater 13.11.2010
1,9 km Schwimmen - 90 km Radfahren - 21 km Laufen

Top Herren
1. Raelert, Michael (EJOT Team)15/2/1(24:16 - 2:03:58 - 1:09:57 )3:41:19
2. Ospaly, Filip6/7/2(23:19 - 2:04:56 - 1:11:24 )3:42:56
3. O´Donnell, Timothy10/4/3(23:20 - 2:04:52 - 1:12:43 )3:44:18
4. Gambles, Joe20/1/4(24:18 - 2:02:24 - 1:14:39 )3:44:48
5. Cunningham, Richie13/6/5(23:54 - 2:04:17 - 1:13:58 )3:45:33