Sieg des Willens

30.09.2010

Sieg des Willens


Der Ironman Hawaii ist der wohl härteste aber auch faszinierendste und deswegen auch schönste Wettkampf, den der Triathlonsport zu bieten hat. Jedes Jahr versuchen über 50000 Athleten sich für die Weltmeisterschaften der „Eisenmänner“ zu qualifizieren. 2008 hatte das EJOT Team Mitglied Michael Rohleder, bereits dieses Gefühl, wofür es nicht die richtigen Worte gibt, schon einmal beim Überqueren der Ziellinie erleben dürfen.Dann kam im März 2009 dieser Verkehrsunfall: Ein Auto fuhr die Team Kollegen Ralf „Doc“ Schneider und Michael Rohleder beim Radtraining von hinten mit hoher Geschwindigkeit um. Michael Rohleder hatte schwerste Kopfverletzungen erlitten und das Überleben war nicht gewiss. Ganz zu schweigen dass an eine Fortsetzung der Triathlon Karriere gedacht werden konnte.Ralf Doc Schneider ist mittlerweile wieder soweit genesen. Seinen geliebten Triathlonsport kann er aber aufgrund der schweren Rücken Verletzungen nicht mehr aktiv nachgehen. Doch im EJOT Team ist er mittlerweile als Funktionär für den Erfolg des Damen Teams mit verantwortlich. Doch Michael Rohleder hat es geschafft. Nach acht Tagen ist er aus dem künstlichen Koma erwacht, und nur zwei Tage später in die Rehaklinik geflogen worden. Dort begann und wurde das Projekt „Hawaii 2010“ geboren.

Seine Partnerin Karo und Michael Rohleder waren sich einig, wenn man diesen Horror Unfall übersteht, dann wird geheiratet. Gesagt, getan. Mit eisernem Willen schaffte Michael Rohleder den Weg zurück. Und der Termin für die standesamtliche Hochzeit stand. Eine kirchliche Hochzeit sollte auch sein. Damit kam bei Michael die Frage auf: „Wenn ich es auch als Triathlet schaffe wieder schwimmen, Rad fahren und laufen zu können, möchte ich auch wieder es bis zum Ironman Hawaii schaffen. Und dann auch dort kirchlich heiraten.“ Doch man muss sich ja vorher qualifizieren. Also meldete er sich kurzerhand im Juni, kurz nachdem er auf seine Gehhilfe verzichten konnte, für die Ironman Europameisterschaften 2010 in Frankfurt an. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, ob er mit den erlittenen Verletzungen überhaupt wieder den Triathlonsport ausüben könnte. Viele hielten Ihn für verrückt. Doch Michael Rohleder und seine Partnerin glaubten fest an die Chance eines „Comebacks“.
Nachdem die Ärzte ihm im Januar 2010 grünes Licht gegeben hatten und er seine Wiedereingliederung in den Beruf erfolgreich abgeschlossen hatte, startete er mit seinem Triathlon Training. Der Druck war groß, die Zeit nach dem Unfall viel zu kurz, der Wille aber stark. Mit System und den nötigen Personen die Gesundheit und Training in einen vernünftigen Einklang gebracht haben, ging es los.
Das immense Trainingspensum neben dem Beruf zu absolvieren war eine sehr hohe Anforderung. Aber sein Kampfgeist, der ihn bereits sein ganzes Leben begleitet und sein Markenzeichen ist, war nicht zu stoppen.
Und das Wunder wurde wahr. Michael Rohleder stand am 05. Juli 2010 bei der Ironman EM in der Altersklasse auf dem Bronzeplatz. Mit einer halben Stunde Vorsprung auf den letzten Qualifikations-Platz für Hawaii. Die Qualifikation war geschafft.
Doch nun ergaben sich die anderen Probleme. Wie sollte man dies nun auch finanzieren. Denn ein Hawaii Ironman Wettkampf ist teuer. Doch auch diese Hürde wurde genommen. Dank der Hilfe einiger Partner, Freunde und Firmen besonders der Unternehmen Stahlschmidt Cable Systems, des Team Namensgebers EJOT, der Fa. SIV GmbH, der Fa. AMSport und der Firma PoINT Software & Systems GmbH, der Fa. Gerd Winter GmbH & Co KG, der Fa. AD-Consult GmbH und der Fa. Eisen- und Blechwarenwerke Siegerland GmbH , konnte ein Teil der Wettkampfkosten bezuschusst werden. Michael Rohleder bedankt sich hiermit besonders bei diesen Firmen und Ihren handelnden Personen, die mit dazu maßgeblich beitragen, dass aus einem anfänglichen Kampf ums Überleben, nun beim Ironman Hawaii am 09. Oktober ein erfolgreicher Abschluss unter ein maßgeblich prägendes Kapitel seiner Lebensgeschichte gezogen werden kann.