EJOT Team TV Buschhütten greift in Tübingen nach Team-Tagessiegen

18.07.2023

EJOT Team TV Buschhütten greift in Tübingen nach Team-Tagessiegen


Vorletztes Rennen in der 1.Triathlon Bundesliga steht Sonntag an

Comeback am Neckar
EJOT Team TV Buschhütten greift in Tübingen nach Team-Tagessiegen
Bishop gibt sein Debüt im EJOT-Dress

Buschhütten. Erst vor zwei Wochen stand das EJOT Team TV Buschhütten bei den Finals in Düsseldorf als erfolgreichstes Triathlon-Team im Rampenlicht von ARD und ZDF. Lisa Tertsch (Frauen Elite Sprintdistanz) und die Team Mixed Relay (Supersprintdistanz) gewannen die Deutsche Meisterschaft, Tanja Neubert wurde U23-Vizemeisterin. In der 1. Triathlon-Bundesliga triumphierten die EJOT-Frauen, die Männer wurden Zweite und Tertsch feierte nach dem Erfolg am Schliersee/Spitzingsee den zweiten Liga-Sieg in Folge.

Beim vierten Rennen der 1. Triathlon-Bundesliga in Tübingen - Erstliga-Comeback nach letztem Rennen in 2019 - am Sonntag, 23. Juli, will die EJOT-Lokomotive mit mächtig Dampf ein gutes weiteres Stück dem Ziel Doppel-Team-Deutsche Meisterschaft entgegenfahren.

Durch ihren herausragenden Team Sieg von Düsseldorf - 3. Tagessieg im 3. Rennen - bauten die Frauen den Vorsprung an der Tabellenspitze (60 Punkte) auf sieben Punkte vor dem zweitplatzierten Team Berlin aus. Bei den Männern geht es dagegen um einiges spannender zu, der Vorsprung auf den Rangzweiten, dem Hylo Team Saar, schmolz auf einen Zähler (59 zu 58 Punkte) zusammen.

An der Neckarbrücke (Eberhardsbrücke) werden zunächst die Frauen um 13.50 Uhr das Interesse der Zuschauer auf sich ziehen. 750 Meter (eine Runde) sind im Neckar zu schwimmen, dann stehen 18,8 km (4 Runden) auf dem Rad am Programm. Abgeschlossen wird die "Formel 1 des Triathlonsports" mit einem 5,4 km langen Lauf (3 Runden), der unter anderem am historischen Holzmarkt und der Neckargasse in der sehenswerten Altstadt vorbeiführt.

Für das EJOT Team TV Buschhütten sind Lisa Tertsch (GER), Natalie van Coevorden (AUS), Therese Feuersinger (AUT) und Solveigh Løvseth (NOR) nominiert.

„Ich freue mich wieder in Tübingen mit dabei zu sein und will natürlich gleich von Anfang das Rennen vorne beim Schwimmmen mitbestimmen. Das gilt auch für das Radfahren und beim Laufen werde ich dann noch um jede Position kämpfen“, sagt Therese Feuersinger vor ihrem insgesamt dritten EJOT Team-Start nach Tübingen 2019 und Potsdam 2021.

Für die 25-Jährige lief 2023 bis dato leider nicht wie geplant. „Meine Saison hat gut begonnen mit einem Podestplatz in Hongkong beim Asien Cup. Danach verlief es leider nicht mehr so nach Wunsch. Ich hatte gesundheitlich viele Probleme und war in den letzten Monaten sehr viel krank. Ich hoffe das Blatt hat sich nun gewendet und ich kann für die restliche Saison noch mit guten Rennen punkten.“

Natürlich sind der dreifachen österreichischen Staatsmeisterin auf der Sprintdistanz (2017, 2020 und 2022) die jüngsten Erfolge ihres Teams nicht verborgen geblieben. „Ich freue mich, dass es heuer für das EJOT Team so gut läuft und ich habe die starken Leistungen des Teams verfolgt. Ich hoffe, ich kann dieses Wochenende auch meinen Beitrag dazu leisten.

Um 15.15 Uhr fokussieren sich die Männer auf das Startsignal. Sie müssen bei zu erwartenden bis zu 25 Grad Celsius die gleichen Distanzen wie zuvor die Frauen abspulen.

Hier vertraut EJOT Team Sportdirektor Rainer Jung dem Quartett Till Kramp (GER), Stefan Zachäus (LUX), Thomas Bishop (GBR) und Simon Westermann (SUI). Der 32-jährige Bishop, der 2020 zum deutschen Rekordmeister wechselte, bestreitet dabei seine Premiere im EJOT-Tri Suit.

Zum zweiten Mal nach Nürnberg 2021 kommt Simon Westermann für die Buschhüttener zum Einsatz.

„Mein Ziel bzw. Motto für das Rennen in Tübingen heißt ‚Endlich wieder Bundesliga‘. Letztes Jahr hat leider kein Wettkampf in meinen Zeitplan gepasst, sodass ich mich freue, nun in Tübingen am Start zu sein. Es ist wirklich immer eine besondere Atmosphäre.

Rainer, Sabine und das gesamte Team bemühen sich, eine sowohl professionelle wie auch familiäre Atmosphäre herzustellen, was regelmäßig gelingt. ‚Have fun and win‘ ist mittlerweile jedem ein Begriff. Das wird auch in Tübingen auf der Agenda stehen. Wir haben gute Leute am Start und ich für meinen Teil bin auch zuversichtlich, ein gutes Rennen abliefern zu können“,
so Westermann.

Für den 25-Jährigen Schweizer, der am letzten Wochenende bei der Sprint-WM in Hamburg leider die Finalläufe verpasste, verlief die erste Jahreshälfte wechselhaft. „Meine Saison hatte einige Highlights sowie ein paar Dinge, die nicht nach Plan verliefen. Der dritte Platz in der Arena Games-Weltmeisterschaftsserie war sicher ein Highlight und etwas, was man nicht zu schnell verdrängen darf. Mitte Juni werde ich jedes Jahr etwas durch meine Uniprüfungen ‚ausgebremst‘. Anschließend bin ich jedoch direkt in die Höhe nach St. Moritz. Von diesem zweiwöchigen Trainingsblock werde ich jetzt in Tübingen profitieren können.“

Westermann möchte die Eidgenossen 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris vertreten, will aber jetzt erst einmal dafür sorgen, dass die Verantwortlichen die Leitung des EJOT Teams schon bald wieder jubeln dürfen. „Ich verstehe, dass wir Rainer und das gesamte Team an der Seitenlinie ganz schön nervös machen, wenn es so lange so spannend bleibt in der Liga. Aus dieser Situation zu gewinnen, ist allerdings umso schöner!“

Rainer Jung gibt ehrgeizige Ziel aus: „Der Sieg mit dem Frauen-Team und der Ausbau der Tabellenführung sowie der Sieg mit dem Männer-Team oder mindestens einen Platz vor dem Hylo Team Saar (Ausbau der Tabellenführung), sind unsere Ziele für Tübingen. Das wird, insbesondere bei den Herren, sehr sehr schwierig. Denn das Team Saar ist wie schon in Düsseldorf sehr gut aufgestellt. Ebenso ist Neckarsulm gut besetzt.

Um bei den Männern und Frauen die Mannschaftssiege zu erreichen, wird es erforderlich sein, dass sich die Team-Mitglieder möglichst alle in den Top Ten platzieren. Also bedarf es einer starken mannschaftlichen Geschlossenheit.

Für eine Platzierung auf dem Podium sind bei den Damen sicherlich Laura Lindemann (Triathlon Potsdam) sowie Anabel Knoll (triathlon.one Team Witten) und aus unserem Team Lisa, Natalie und Solveigh zu nennen. Bei den Herren sind in erster Linie Lasse Nygaard Priester (Hylo Team Saar) und Simon Henseleit (Sportunion Neckarsulm) die Favoriten auf den Einzelsieg. Aus unserem Team ist in guter Form sicher mit Tom und Simon zu rechnen.

Das Format mit nur vier Männern ist aus meiner Sicht in erster Linie den Strecken in Tübingen - niedriger Wasserstand des Neckars und eine enge Radstrecke - geschuldet. Tübingen ist als Stadt sicher immer eine Reise wert. Aber wir sind nicht wegen der Stadt dort, sondern um erfolgreiche Rennen zu bestreiten und um uns bestmöglich zu präsentieren. Insofern wird man die Rennen abwarten müssen, um vielleicht später von einer 'gelungenen' Reise sprechen zu können.“

Viel durchatmen kann Jung nach Tübingen, allerdings nicht, obwohl das Saisonfinale erst am 2. September in Hannover stattfindet.

„Es gibt nicht wirklich Pause. Weil unsere/meine Arbeit ja nicht nur die Rennen sind. Auch für Hannover, wo wir ja dann auch mit beiden Zweitliga-Mannschaften antreten, ist noch viel Arbeit. Es gilt dann auch, die richtigen Teams aufzustellen. Bei den letzten beiden Rennen von meiner Ehefrau Sabine und mir, wollen wir in Hannover unsere Ziele erreichen. Das Ziel vor der Saison war, zwei deutsche Meistertitel nach Buschhütten zu holen. Einen Titel bei der Team Mixed Relay haben wir bereits eingetütet. Bei den Frauen sieht es, erst recht wenn auch in Tübingen gewonnen würde, sehr gut aus. Ein dritter Titel, dann auch mit den Männern, wäre Zugabe. Da werden wir alles daransetzen, dies zu schaffen. Wir können aber nach Hannover und egal wie es dort ausgeht, nach 22 Jahren EJOT Team TV Buschhütten sagen: Wir sind und bleiben das erfolgreichste deutsche Triathlon-Team ever.“

 


Thorsten Wroben

Medienbeauftragter EJOT Team TV Buschhütten in der 1. Triathlon-Bundesliga